Solar Workshop in Riad

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Vertreter von deutschen und saudischen Unternehmen sowie Forschungs-einrichtungen beider Länder haben am 19. und 20. November bei einem gemeinsamen Workshop Grundlagen für die künftige Zusammenarbeit beim Bau von Solarkraftwerken in Saudi Arabien erörtert. Hierbei ging es insbesondere um die Kooperation im Bereich der solarthermischen Energieerzeugung (Concentrated Solar Power / CSP).

Das zweitägige Ereignis führte mehr als 100 Teilnehmer zusammen. Die deutsche Seite zählte gut 40 Manager von 17 Unternehmen und Institutionen, die Saudis waren mit mehr als 60 Repräsentanten aus insgesamt 28 Forschungseinrichtungen und Unternehmen vertreten. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Erörterung von künftigen Kooperationen auf zwei zentralen Feldern: Der Forschung und der industriellen Zusammenarbeit.

Meshari Al-Khaled von der staatlichen Saudischen Investitionsförderungsgesellschaft SAGIA nannte die Zusammenkunft „ein Ereignis von großer Bedeutung für den Transfer von Wissen und die Entwicklung einer zukunftweisenden Technologie im Königreich“ Saudi Arabien. Der Generalsekretär des Dachverbandes der Saudischen Industrie- und Handelskammern Khaled Al-Otaibi glaubt, dass der Workshop „der Beginn einer Zusammenarbeit in einem Industriesektor (ist), der den Anforderungen und Bedürfnissen beider Seiten entgegenkommt“. Schirmherr der Veranstaltung war der Deutsche Botschafter in Riad Dieter Haller. Haller bezeichnete den Workshop als „ein einzigartiges Ereignis, das die Grundlage gleichermaßen für eine industrielle wie eine Forschungs-Kooperation zwischen beiden Ländern legt“.

Der Workshop geht zurück auf eine Initiative des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), das als das europäische Kompetenzzentrum für solarthermische Energieerzeugung gilt. Das Berliner Bundesumweltministerium (BMU), das traditionell ein starkes Interesse an der Forschungskooperation mit Ländern der MENA-Region im Bereich der Sonnenenergie zeigt, gehört zu den Förderern der viel beachteten Veranstaltung.

Der erste Tag des Treffens galt denn auch der Forschungszusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Gastgeber dieses Tages war die staatliche K.A. CARE (King Abdullah City for Atomic and Renewable Energy). K.A. CARE soll für die saudische Regierung das Programm zur Entwicklung der solaren Energieproduktion entwickeln und fördern. Das DLR und K.A. CARE haben sich darauf verständigt, ein Abkommen zur Kooperation bei zentralen Themen der CSP-Technologie zu erarbeiten. Die Forschungszusammenarbeit soll stark auf die Praxis bezogen sein. Dazu gehören auch CSP-Anwendungen wie die solare Meerwasserentsalzung.

Am zweiten Tag stand die industrielle Zusammenarbeit zwischen Firmen im Mittelpunkt. Das erscheint umso wichtiger, als Saudi Arabien die Entwicklung von Solarkraftwerken mit dem Ziel verbindet, eine nationale Energieindustrie zu entwickeln. Hierbei können die herausragende Erfahrung der deutschen Solarindustrie und der hohe Standard ihrer Produkte eine wichtige Rolle spielen.

Saudi Arabien hat angekündigt, bis zum Jahr 2032 Solarkraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 41 Gigawatt zu bauen. Davon sollen 26 Gigawatt mit solarthermischer Technologie ausgestattet sein, die besonders gut zu Saudi Arabien passt. Damit entwickelt sich Saudi Arabien „vom Königreich der Energie zum Königreich der nachhaltigen Energie“, wie Dr. Maher Alodan, der Forschungsdirektor von K.A. CARE, hervorhob.

Der Business-Tag des Workshops lag in der Verantwortung des unlängst gegründeten Industrieverbandes „Deutsche CSP“. Die Organisation und Durchführung besorgte das Berliner Beratungsunternehmen „hogrefe Consult“, ein Spezialist für deutsch-arabische Zusammenarbeit im Bereich der Nachhaltigkeit.

Hintergrund:

Die CSP-Technologie (Concentrated Solar Power) wandelt die Energie der Sonne in Wärme um, die wiederum dazu genutzt wird, um in Dampfturbinen Strom zu erzeugen. Besonders gut können solche Kraftwerke in Regionen mit hoher direkter Sonneneinstrahlung betrieben werden, also dem Sonnengürtel der Erde auf beiden Seiten des Äquators bis 35 Grad geografischer Breite.

Die Nutzung der CSP-Anlagen ähnelt der konventioneller Dampfkraftwerke. Der wesentliche Unterschied besteht allerdings darin, dass CSP-Kraftwerke anstelle von fossilen oder nuklearen Brennstoffen Sonnenstrahlung zur emissionsfreien, sauberen Wärmeerzeugung nutzen. Unter den möglichen CSP-Technologien sind die Parabolrinnen-Kraftwerke bis dato am weitesten verbreitet und weisen eine mehr als 30 Jahre lange Erfahrungsbasis auf. Zusätzlich etablieren sich derzeit Solartürme sowie Fresnel-Kraftwerke im CSP-Markt. CSP-Kraftwerke eignen sich für den großtechnischen Einsatz im Bereich von 10 bis 300 MW elektrischer Leistung und können konventionelle thermische Kraftwerke ohne qualitative Veränderungen in der Struktur des Stromnetzes ersetzen. Durch die Möglichkeit der Wärmespeicherung oder Hybridisierung können die Turbinen von CSP-Kraftwerken auch in Zeiten geringer Sonneneinstrahlung und bei Nacht Strom erzeugen. Damit ist eine zuverlässige und planbare Stromversorgung möglich, die für stabile Netze sorgt.

Deutsche Teilnehmer:

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), German Embassy in Riyadh, Bilfinger Piping Technologies, CSP Services, erfis, Fichtner Solar, Ghorfa, hogrefe Consult, ILF, Kraftanlagen München, Lahmeyer International, M+W Group, Novatec Solar, schlaich bergermann und partner, Schott Solar CSP, Solar Tower Systems, Suntrace, protarget

Kontakt:

Stephanie Wolff
Deutsche CSP
Clausewitzstrasse 7
10629 Berlin
Tel.:+49 30 609839438
office@deutsche-csp.com